Weshalb „Harzer“?

Wer kennt nicht die „harzigen Hände“, wenn der Weihnachtsbaum nach Hause getragen wird? Doch Harze haben auch eine wichtige Bedeutung für die Bäume und werden darüber hinaus auch gezielt gewonnen und genutzt.

Baumharz ist auch für uns Menschen auf Wunden aufgetragen ein Schutz- und Heilmittel.

In den Harz-produzierenden Bäumen befinden sich Harzkanäle oder Sekretgänge, durch die das Harz austritt. Häufig geschieht das nach einer Verletzung des Baumes, was zeigt, dass es sich um einen Schutzmechanismus handelt und Harz eine Art natürlichen Verband für Bäume darstellt. Möchte man das Harz gewinnen, schneidet man die Rinde ein und das Harz tritt an die Oberfläche. Andere Bäume scheiden auch ohne Verletzung Harz ab.

Zwar ist die Harzgewinnung in Iseltwald meines Wissens nicht niedergeschrieben aber Tannen und weitere Nadelbäume wären in den Wäldern zu finden und so könnte es sich tatsächlich um einen Einkommenszweig aus früheren Zeiten handeln. Jedenfalls werden die „Iseltwalder“ im Volksmund auch „Harzer“ genannt.

Eine andere Version wäre, dass es harzig  (mühsam, fast nicht in Gang zu bringen) ist, mit den Leuten vom Fischerdorf am Brienzersee in Kontakt zu treten etc.; dies kann ich mir jedoch schlecht vorstellenJ.

"Bibe" als ehemalige Harzis-City-Tourguide hat mich nun korrigiert und einen Auszug aus der Iseltwald-Chronik zukommen lassen. Dieser lautet wie folgt:

Früeiher si d'Iseltwalder o ga harze, mengischd bis uf Underwalden usi. Äs hed e Hushaltig gä, dere hed mu ds Harzers gseid, u wen Iseltwadner i d'Usdörfer si, so hed mu ne Harzer usteild. Mit dem Harzerbieli hed dr Harzer ds Harz ab de Tanne abgchrauwed u abghoue; in dr lingge Hand hed är d'Volla oder d'Harzlosa us tanniger Rinde käbe, wo ds Harz i d'Hutta greised hed. Daheimme hei d'Lüt ds Harz in es Chessi ta, in enem Wöschhus oder a ds Häli uber d'Fürplatta. We ds Harz ischt dünns gsy, hed mus dür nes Tuech gsiebet; den ischt dr Dräck im Tuech blibe u ds Harz hed mu la erchuehle u bchahle. Harzgreube oder Harzchueche hed mu bi Harzere chönne choufe; mu hed si brucht für azfüüre. Äs hed wenig für ds Harz gä; aber äs isch besser gsy als Nüd.

 

Harzerbibi